IHK-Sommertour 2026
An der Seite der Unternehmen
Auf der IHK-Sommertour 2026 besuchten IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning und Vertreter des IHK-Ehrenamts regionale Unternehmen, um aus erster Hand zu erfahren, wie die IHK sie unterstützen kann. Vor allem hohe Energiepreise, Arbeitskosten, eine hohe Steuerlast und überbordende Bürokratie belasten die Betriebe im Norden.
Bagela Baumaschinen GmbH & Co. KG, Kaltenkirchen
Ein führender Global Player im Bereich Spezialmaschinen für den Kabel- und Leitungsbau ist die Bagela Baumaschinen GmbH & Co. Um den hohen Energiebedarf zu decken, kooperiert das Unternehmen mit benachbarten Betrieben in Kaltenkirchen. „Die hohen Kosten zwingen uns, Energie zu sparen und energieneutral zu werden. Das erfordert aber immense Investitionen der Unternehmen in eine eigene Infrastruktur zur Energieerzeugung", sagte Bagela-Geschäftsführer Christof Dammeyer. IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning lobte die enge Zusammenarbeit mit der Popp Feinkost GmbH. So nutzt Popp außer eigenen Flächen auch Dachflächen von Bagela für die Stromerzeugung und liefert überschüssige Wärme wiederum an Bagela. Für seine Gespräche mit der Politik nahm Schöning auch Anforderungen des Markführers mit wie mehr Vorlaufzeit für die Realisierung von Umweltanforderungen, eine bessere Ladeinfrastruktur für E-Mobilität und eine bessere Kommunikation zwischen Behörden und Unternehmen.
Burg-Klause, Burg auf Fehmarn
Im Hotel Burg-Klause gab Inhaber Hans-Peter Wolf der IHK-Delegation Einblicke in seinen Hotel- und Gastronomiebetrieb. Wolf vereint in dem 1968 gegründeten Haus Spezialitäten der norddeutschen und süddeutschen Küche und genießt bundesweit einen exzellenten Ruf. Der Hotelier empfängt ganzjährig Gäste aus ganz Deutschland sowie auch aus Skandinavien und der Schweiz. Dafür beschäftigt Wolf Fachkräfte aus zehn Nationen und bildet seit mehr als 30 Jahren junge Menschen aus. Für sein Personal stellt der Familienunternehmer auch Wohnraum zur Verfügung. Das sei elementar, um heute gute und motivierte Mitarbeiter zu binden. Ein Dorn im Auge sind dem Gastronomen die starren Regelungen zur Arbeitszeit und deren Erfassung, er forderte im Gespräch die durch die Koalition zugesagte Flexibilisierung. Viel Zuspruch bekam der Fehmaraner dabei von Lars Schöning. „Unsere Wirtschaft braucht keine weitere Starrheit und nicht immer mehr Dokumentationspflichten. Sie braucht mehr Vertrauen und Flexibilität. Dafür setzen wir uns gemeinsam mit unserer DIHK in Berlin ein.“
CSN-Solutions GmbH, Gudow
An der CSN-Solutions GmbH in Gudow hängen mehr als 34.000 Arbeitsplätze – zumindest was die IT-Umgebung angeht. Erst 2025 hat Inhaber Stephan Rakowski das Rechenzentrum des IT-Dienstleisters um zwei Neubauten erweitert. Rund 75 Racks in mehr als zwei Meter hohen Serverschränken stehen jetzt nicht mehr nur in einem mehr als 150 Jahre alten Haus, sondern auch in den modernen Holzrahmenhäusern. Während kleinere Unternehmen vor allem die Server der CSN-Solutions in Anspruch nehmen, stehen in Gudow auch die Server größerer Unternehmen als ausgelagerte IT-Abteilung. Die Kunden kommen laut Rakowski aus dem gesamten Mittelstand der Wirtschaft. Vor allem die erhöhte Sicherheit und die geringeren Kosten im Vergleich zu Servern im eigenen Unternehmen seien die Argumente, um auf CSN-Solutions zurückzugreifen. „Mit viel Pragmatismus und Gestaltungswillen werden hier hochwertige Arbeitsplätze für Fachkräfte geschaffen und gehalten“, lobte Schöning.
Gabler Group AG, Lübeck

Die Lübecker Gabler Group AG hat sich in den vergangenen sechs Jahren von einem Entwickler von U-Boot-Komponenten zu einem international führenden Systemanbieter für Unterwasserfahrzeuge sowie für Unterwasserkommunikation und Datenmanagement entwickelt, sagte der Vorstandsvorsitzende David Schirm. Das Unternehmen ist vor kurzem an die Börse gegangen, um frisches Kapital für Forschung, Entwicklung und Produktion seiner Komponenten für die Kommunikation unter Wasser zu generieren. Lars Schöning: „Das Unternehmen ist ein Leuchtturm der maritimen Wirtschaft. Besonders wichtig ist, dass es seine Lösungen unter dem Dual-Use-Aspekt sowohl für das Militär als auch für zivile Anwendungen entwickelt. Wir müssen daher dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen für diese wichtige Branche stimmen.“
Gludan GmbH, Büchen
Die Gludan GmbH in Büchen produziert wasserbasierte und lösungsmittelfreie Klebstoffe aller Art für Verpackung, Bau und Industrie. Der Standort verfügt über eine Produktionshalle, ein Labor, eine Werkstatt und eine Waschhalle für IBC-Kanister. Dabei wird viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Das Unternehmen nutzt für die Herstellung der Klebstoffe selbsterzeugte Solarenergie und aufbereitetes Abwasser. Erst kürzlich hat der Betrieb in große Sammeltanks für Regenwasser investiert, um nachhaltiger zu werden. Eine Maßnahme, für die es keinerlei Fördermöglichkeiten gibt, wie Geschäftsführer Markus Huger im Gespräch mit dem IHK-Hauptgeschäftsführer bedauerte. Schöning lobte das Unternehmen als Vorzeigebetrieb und versprach, das Thema Fördermaßnahmen aufzugreifen.
GreenDataProtection GmbH & Co.KG, Ahrensburg
Die GreenDataProtection GmbH & Co.KG in Ahrensburg vernichtet Datenträger aller Art: von CDs über Sticks und Festplatten bis zum Handy oder auch W-Lan-Router. Alles wird geschreddert und die Rohstoffe dem Recycling zugeführt. GreenData kann dabei alle ISO-Schutzklassen und -Sicherheitsstufen bedienen, sodass nicht nur Privatnutzer und Unternehmen, sondern auch der Zoll häufiger auf die Dienste der Ahrensburger zurückgreifen. Geschäftsführer Hanjo Wrobel ist dabei der Aspekt der Nachhaltigkeit ein besonderes Anliegen: Die Menge an Elektronik und Datenträgern nehme rasant zu. Es sei daher auch aus Umweltschutzgründen essenziell, die wertvollen Rohstoffe der Altgeräte wiederzuverwenden. Eine große Herausforderung für das Unternehmen sei der Brandschutz: Noch viel zu häufig würden Batterien und Akkus in Altgeräten verbleiben, die ein ernsthaftes Brandrisiko mit sich brächten.
Popp Feinkost GmbH, Kaltenkirchen

„Wir produzieren einen Teil unserer Energie selbst und wollen alle Reststoffe im Kreislauf halten. Aber dieser Bereich nimmt mittlerweile einen großen Teil des täglichen Handelns ein – zusätzlich zu unserer Feinkost-Produktion“, sagte Stefan Wienke, Geschäftsführer der Popp Feinkost GmbH in Kaltenkirchen. „Ich hätte früher nicht geglaubt, dass wir uns so dezidiert mit Energiekreisläufen beschäftigen werden. Es ist aber richtig“, ergänzte er im Gespräch mit der IHK zu Lübeck. Unter dem Motto „Vermeiden – Vermindern – Verwerten“ erzeugt das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen seinen Strom unter anderem mit Photovoltaik-Anlagen und seine Wärme aus einer Biogasanlage mit verwertbaren Abfällen selbst.
rvt – rostalsky verpackungstechnik GmbH, Lübeck
Auf Ausbildung für den eigenen Bedarf setzt die rvt – rostalsky verpackungstechnik GmbH in Lübeck. Um noch mehr junge Menschen zu gewinnen, empfahl Schöning die Teilnahme an der IHK-Ausbildungsrallye. Schülerinnen und Schüler könnten sich bei einem Kurzpraktikum von den vielfältigen Möglichkeiten des Verpackungstechnik-Spezialisten überzeugen. „Von der Beratung über die Entwicklung und die Produktion bieten wir unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen für Schutz-, Gefahrgut- und sogar Reinraum-Verpackungen für Produkte aller Art und Größe“, sagte Geschäftsführer Jörg Rostalsky. Er hatte das Unternehmen vor 24 Jahren aus der ehemaligen Verpackungssparte des Dräger-Konzerns neu gegründet. Heute stellt rvt Verpackungen jeder Art nach den Kundenwünschen unter modernsten Bedingungen her. Im Dialog beklagte Jörg Rostalsky hohe bürokratische Auflagen. Diese seien mit hohen Kosten verbunden und zunehmend nur mit zusätzlichem Personal zu bewältigen. „Auch diverse EU-Regelungen zu Verpackungen und Lieferkettennachweisen erschweren uns das Leben.“ Lars Schöning sagte zu, diese Hinweise in die fachliche Arbeit der IHK-Organisation sowie die Politikberatung einzubringen.

Wirtschaft im Hansebelt – Das Magazin der IHK zu Lübeck
Ausgabe August / September 2026
