IHK-Vollversammlung

Wirtschaft hat Schlüsselrolle bei Resilienz des Landes

Die IHK-Vollversammlung diskutierte mit Experten über die Themen Drohnentechnik, Cybersecurity und Logistik – mit wichtigen Botschaften für die mittelständische Wirtschaft.

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Oberst Michael Skamel in der Diskussion mit der IHK-Vollversammlung

„Die Resilienz des Standortes Deutschland ist auch eine Aufgabe der Wirtschaft und damit eines jeden Unternehmens.“ Das sagte Dr. Rainer Kambeck von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) vor der IHK-Vollversammlung im Dezember. Mit Dr. Sönke Schulz, Staatssekretär im Innenministerium Schleswig- Holsteins, und Oberst Michael Skamel, Kommandeur des Landeskommandos Schleswig-Holstein, sprach er in Lübeck über das Thema „Sicherheitspolitik: Chancen und Herausforderungen für die Wirtschaft“.

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Resilienz des Standortes erhöhen

Unternehmen könnten vor allem mit Drohnentechnik, Cybersecurity und Logistik die Resilienz des Landes stärken. „Gerade mittelständische Unternehmen müssen wir dafür sensibilisieren, dass die Beschaffung von Sicherheitstechnologie auch erhebliche Chancen bietet“, so Kambeck. „Die Resilienz des Standortes werden wir nur erhöhen können, wenn wir auf allen Verwaltungsebenen das Tempo erhöhen, das gilt auch für die Vergabeverfahren.“

„Gerade mittelständische Unternehmen müssen wir dafür sensibilisieren, dass die Beschaffung von Sicherheitstechnologie auch erhebliche Chancen bietet.

– Oberst Michael Skamel

Staatssekretär Schulz betonte die besondere Bedeutung der Unternehmen für die Gesellschaft. „Diese spielen bei der Resilienz eine Schlüsselrolle“, denn die Wirtschaft stelle Arbeitsplätze und stehe für Normalität und Verlässlichkeit in Krisen: „Für die Gesellschaft ist eine reibungslos laufende Wirtschaft eine essenzielle Grundlage für Sicherheit.“ Und weiter: „Wir müssen als Schleswig-Holstein handlungsfähig sein. Im kommenden Jahr müssen wir Meilensteine definieren und festlegen, wer genau wann was zu tun hat“, kündigte Schulz an, in dessen Ministerium die Taskforce Zivile Verteidigung aus Vertretern des Ministeriums, der Polizei, der Bundeswehr, der Feuerwehr und weiterer Blaulichtorganisationen, aber auch der IHKs an Plänen für die Gesamtverteidigung und damit den Schutz des Landes, der Regierungsfähigkeit, der Bevölkerung und der Wirtschaft arbeitet.

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„Wir sind nicht im Krieg. Wir sind aber auch nicht mehr im Frieden"

Auch aus Sicht der Bundeswehr werde mehr Tempo in vielen Prozessen angestrebt, so Skamel. „Wir sind nicht im Krieg. Wir sind aber auch nicht mehr im Frieden, sondern in einer sehr ernsten Bedrohungssituation.“ Außer auf die Steigerung der Einsatzbereitschaft der Streitkräfte komme es im Sinne eines gesamtstaatlichen Ansatzes auch auf den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur an. Diese sei auch für die militärische Operationsführung unverzichtbar. So wäre etwa der Lübecker Hafen ohne adäquate Hinterlandanbindung in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Auch das Militär benötige ein Netzwerk leistungsfähiger Verkehrsträger mit gut ausgebauten Straßen, Schienen und Seehäfen. Über die „Drehscheibe Deutschland“ würde die NATO Truppen nach Osten verlegen, sofern es erforderlich wäre.

Autor: Dr. Can Özren, IHK-Redaktion Lübeck, can.oezren@luebeck.ihk.de
Fotos: John Garve