HanseBelt Summer Lunch meets IHK-Fokus Wirtschaft:

Rezepte für erfolgreiches Wirtschaften

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Fokus Wirtschaft: Das beliebte Veranstaltungsformat stellte 2025 das Thema Resilienz in den Vordergrund.

Ungewohnte und wohltuende Töne: „Nach mehr als 15 Jahren können wir in Deutschland endlich wieder über Wirtschaftswachstum, Sicherheit und die Bundeswehr sprechen. Viel zu lange war das ein No-Go oder ein Tabu“, sagte Professor Dr. Thomas Straubhaar in der Veranstaltung „Wachstum und Resilienz: Rezepte für erfolgreiches Wirtschaften in einer dynamischen Weltordnung“ auf der Travemünder Woche im Juli 2025. „Resilienz ist ein Modebegriff: Er bedeutet Anpassung an neue Gegebenheiten.“ In Deutschland habe es zuletzt deutliche Veränderungen gegeben. „Wie hätten Sie in den vergangenen Monaten mehr Geld verdienen können als damit, auf Deutschland zu setzen? Der Deutsche Aktienindex hat seit Jahresbeginn um 20 Prozent zugelegt, der Dow Jones in den USA dagegen nur um zehn Prozent.“ Die Lage sei demnach viel besser als die Stimmung. „Es geht jetzt darum, die Stimmung der Lage anzupassen“, sagte Straubhaar.  

Verantwortung trifft auf Herausforderung

Rund 120 Gäste waren der Einladung von IHK zu Lübeck und HanseBelt e. V. zum HanseBelt Summer Lunch meets IHK-Fokus Wirtschaft gefolgt. Straubhaar, international renommierter Wirtschaftsexperte, und Professor Dr. Arno Probst, Partner der Deloitte GmbH und Mitglied der IHK-Vollversammlung, diskutierten mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik darüber, wie die Wirtschaft sich konkret an die Herausforderungen durch die geopolitischen Veränderungen anpassen kann. Der Hansebelt-Vorsitzende Arndt Schanze hatte es in seiner Begrüßung auf den Punkt gebracht: „Für mich heißt Resilienz: Verantwortung trifft auf Herausforderung. Der beste Zeitpunkt, sich damit zu beschäftigen, ist jetzt.“

Wesentlich für Resilienz seien eine offene Kommunikation zwischen Führung und Belegschaft

Für ihn gehe es bei Resilienz immer um Krisenresilienz, betonte Professor Dr. André Röhl von der NBS Northern Business School. Seine Leitfragen: Wie kann sich ein Unternehmen auf Betriebsunterbrechungen vorbereiten und diese verhindern? Bin ich vorbereitet, die richtigen Entscheidungen zu treffen? Leider seien rund 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland hier noch nicht gut aufgestellt. Das Thema Sicherheit habe an aber Bedeutung gewonnen, denn die Cyberbedrohung sei gestiegen und die geografische Lage habe sich verändert.

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Wesentlich für Resilienz seien eine offene Kommunikation zwischen Führung und Belegschaft sowie auch Vielfalt, betonte Melanie Karmann-Holt, Kommunikationschefin der Lübecker Drägerwerk AG & Co. KGaA. „Unsere internationale Aufstellung und Vielfalt sind Faktoren, die uns zugutekommen.“ Ebenso vielfältig seien mögliche Krisen. Der Konzern habe Regionen mit schwierigen und guten Zeiten. „Daher können wir nicht auf jede einzelne Situation vorbereitet sein. Medizin- und Sicherheitstechnik sind sehr gefragt, das trägt zu unserer Resilienz bei.“ Dem stimmte Bettina Wache-Möhle, Geschäftsführerin der Lübecker Wache GmbH, zu: Eine Krise lasse sich nicht vorplanen, eine Beurteilung sei in der Regel nur rückblickend möglich. „Niemand konnte sich die Auswirkungen eines quer stehenden Schiffs im Suezkanal ausmalen“, betonte sie.

John Garve