Impulse aufnehmen, passgenau unterstützen
Sommertour der IHK zu Lübeck
Auf der Sommertour 2025 nahm die IHK zu Lübeck Impulse und Herausforderungen regionaler Unternehmen direkt vor Ort auf, um sie im internationalen Wettbewerb bestmöglich zu unterstützen. Vor allem Bürokratie und Fachkräfte waren viel diskutierte Gesprächsthemen.
Christoph Kroschke GmbH
Die Christoph Kroschke GmbH in Ahrensburg hat ihre Recruitingstrategie an die Arbeitsmarktsituation angepasst. Seit der Gründung als Kennzeichenprägedienst hat das Unternehmen stark expandiert. Mit rund 1.800 Mitarbeitern ist es in acht Staaten aktiv – und bereitet seinen Markteinstieg in weiteren Ländern vor. In Deutschland ist Kroschke Marktführer für Kennzeichenprägung und Kfz-Zulassung. Zudem bietet die Gruppe Services für Großkunden an, etwa Dokumentenmanagement für Leasingunternehmen oder digitalisierte Verfahren zur Zulassung und Abmeldung von Fahrzeugen. Herausfordernd sei es, dass selbst in EUStaaten unterschiedliche Vorschriften für die Zulassung von Fahrzeugen gälten. IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning sagte dem Unternehmen für Fragen rund um den Markteintritt die Unterstützung der IHK und ihres Auslandshandelskammer- Netzwerks zu.

Günter Hoffmann GmbH & Co. KG
Nur eine Handvoll Unternehmen in Europa kann mit der Günter Hoffmann GmbH & Co. KG mithalten. Der Kartonspezialist in Henstedt-Ulzburg entwickelt Verpackungen, die dort zum Einsatz kommen, wo Wellpappe schlappmacht. „Viele unserer Verpackungen dürfen sich bei Feuchtigkeit nicht auflösen – etwa wenn sie mit Schnittblumen oder frischem Fisch bestückt sind“, erklärte Geschäftsführer Henrik Jensen. Die besonderen Verpackungen aus Karton liefert das Unternehmen bis nach Island und Grönland. Einen Fokus legt der Verpackungsspezialist auf die Integration von Menschen aus dem Ausland. So arbeiten in dem Unternehmen Arbeits- und Fachkräfte aus 19 Nationen.
Hein & Oetting Feinwerktechnik GmbH
„Ich glaube an die deutsche Wirtschaft.“ Lars Reeder blickt voller Optimismus in die Zukunft. Der Geschäftsführer der Hein & Oetting Feinwerktechnik GmbH in Ahrensburg sieht aktuell „die Wirtschaft im Wandel. Und dieser kann nur dank unseres starken Mittelstands gelingen.“ Das auf Feinwerktechnik für den Schiff- und Flugzeugbau sowie die Medizintechnik spezialisierte Unternehmen ist vor rund zwei Jahren von Hamburg nach Ahrensburg gezogen. Bei der Erfüllung der hohen Qualitätsansprüche an die Produkte seien Auflagen und Regulatorik eine Herausforderung, die das Unternehmen für seine Kunden gern bewältige, sagte Ölschläger.

hano-Küchen GmbH & Co. KG
Mit einer der modernsten Produktionslinien in Norddeutschland produziert die hano-Küchen GmbH & Co. KG in Lauenburg/Elbe acht bis neun Einbauküchen pro Tag. „Zwischen dem Aufmaß in einer Wohnung, der Auftragsverarbeitung und der Produktion liegen nur zwei Tage. Dann können wir die Küche bereits ausliefern“, sagte Geschäftsführer Carsten Lympius der IHK. Die hohe Produktions- und Liefergeschwindigkeit komme vor allem dem Bedarf der Wohnungswirtschaft zugute. So lasse sich bei einem Mieterwechsel schnell und ohne wochenlangen Zeitverlust eine neue Küche einbauen.
Kendrion Kuhnke Automation GmbH
Für die Fertigung von technologisch anspruchsvollen Produkten wie Controllern und Stellgliedern braucht die Kendrion Kuhnke Automation GmbH in Malente gut qualifizierte Nachwuchskräfte. Lars Schöning sicherte Kendrion Kuhnke Unterstützung bei der Suche nach Fachkräften aus dem Ausland zu. Im Gespräch mit der IHK stellte Geschäftsführer Robert Lewin das Portfolio des Unternehmens vor. Dazu gehören Magnetbremsen für Brandschutztüren und Arretierungen für Sauerstoffmasken in Flugzeugen. Die komplexe Weltlage bereite Kendrion Kuhnke Sorgen: So seien drohende Lieferengpässe bei seltenen Erden und hohe Energiepreise konkrete Herausforderungen. Bei vielen dieser Themen adressiere die IHK-Organisation die Bedarfe der Wirtschaft bereits an die Politik. So thematisiere die IHK Missstände bei bürokratischen Regularien im EU-Parlament in Brüssel, sagte Schöning.
Knorr Sport & Event GmbH
Um Innovationen im Bereich Sport und Bewegung ging es bei der Knorr Sport & Event GmbH in Bad Schwartau. Dort haben die Geschäftsführer Matthias und Thomas Knorr ein Athletik-Zentrum gegründet. Das neueste Highlight präsentierten sie der IHK: Auf einem Speed- Court können Hobby- und Profisportler auf einer Trainingsfläche mit neun Kontakten und nach Anweisungen auf einem Bildschirm Schnelligkeit, Reaktionsfähigkeit und Performance trainieren. „Das Besondere ist, dass außer körperlicher Fitness vor allem die kognitive Wahrnehmung geschult wird. Mit dieser Anlage haben wir ein Alleinstellungsmerkmal in Schleswig- Holstein“, sagte Thomas Knorr.

Rudolf Hensel GmbH
Um bürokratische Regularien und damit verbundene Eingriffe in die Wettbewerbsfähigkeit ging es beim Besuch der Rudolf Hensel GmbH in Börnsen. Das Unternehmen hat sich auf den baulichen Brandschutz für Gebäude und die Industrie spezialisiert. So kommt ein Stahlbrandschutzsystem etwa in der Elbphilharmonie zum Einsatz. Herausfordernd sei vor allem die Europäische Chemikalienstrategie im Rahmen des EU Green Deal. „Wenn ein Brandschutzprodukt erst nach vier Jahren eine Zulassung erhält, ist das für uns eine sehr herausfordernde Situation, wenn wir international wettbewerbsfähig bleiben wollen“, sagte Geschäftsführer Volker Thewes. Vor allem dann, wenn ein relevanter Zusatzstoff im laufenden Prozess als gefährdend klassifiziert wird. IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning sagte dem Brandschutzspezialisten Unterstützung zu. Die IHK nennt dem EU-Parlament in Brüssel bereits Beispiele überbordender Bürokratie und übertriebener Verbote.
Skanbo-Kiefer-Shop Möbelhandels GmbH
Etabliert im Markt trotz der Online- Konkurrenz ist auch Carsten Bliddal, Geschäftsführer der Skanbo-Kiefer-Shop Möbelhandels GmbH in Lübeck. Er verkauft hochwertige Massivholz- und Polstermöbel, kreiert von skandinavischen Designern. Bliddal bietet ergänzende Services wie Baukoordination und Wohnungseinrichtung an. Schwierig sei die Suche nach Arbeitskräften. Momentan finde er keine Auszubildenden für den Möbeleinzelhandel. Schöning sicherte zu, ergänzende Zusatzqualifikationen zu prüfen, um die Attraktivität des Berufsbildes zu steigern. Zudem gab er Bliddal den Tipp, sich an der IHK-Ausbildungsrallye zu beteiligen, damit Schulabgänger sich über die Möglichkeiten einer Ausbildung bei Skanbo direkt vor Ort informieren können.

