creative connect Schleswig-Holstein
„Spielen macht uns glücklich, gesund und schlau“

creative connect Schleswig-Holstein: Das beliebte Veranstaltungsformat stellte 2025 das Thema Resilienz in den Vordergrund. Das neue IHK-Format brachte die Kultur- und Kreativwirtschaft aus dem ganzen Bundesland zusammen.
Die Kultur- und Kreativwirtschaft stand im Februar 2025 im Mittelpunkt eines neuen IHK-Formats. Das Ziel: die Branche sichtbar machen und neue Verbindungen schaffen. Heikedine Körting ist die Meisterin der Kreativität. Auch nach sechs Jahrzehnten erzeugt sie die Geräusche für ihre fesselnden Hörspiele analog: mit Einkaufswagen, Türen oder weiteren 1.000 Gerätschaften in ihrem Fundus. Die „Hörspielkaiserin“ war der Stargast der Veranstaltung creative connect der IHK Schleswig-Holstein.



Spielerische Methoden für Unternehmen sinnvoll
Auch nach 60 Jahren zieht die gebürtige Lübeckerin alle Generationen in den Bann ihrer Geschichten. Das Geheimnis ihrer Kreativität: Die Produzentin hat sich ihre kindliche Seele bewahrt. Kind zu bleiben oder zumindest verspielt zu sein, sei heute kein No-Go mehr, sagte Professor Dr. Jens Junge vom Institut für Ludologie in Berlin: „Spielen macht uns glücklich, gesund und schlau.“
Der in jedem Menschen seit seiner Geburt ausgeprägte Spieltrieb sei der Motor für jeden Fortschritt. Ausprobieren, Rollen tauschen, andere Perspektiven einnehmen – diese im Spiel erworbenen Fähigkeiten erleichterten es Menschen, sich in einer komplexer werdenden und sich stetig wandelnden Welt zurechtzufinden.
„Spieler“ sei längst kein Schimpfwort mehr, das Durchschnittsalter beim Gaming liege bei 37 Jahren. Er empfahl den Unternehmen, auf spielerische Methoden zu setzen, denn diese erleichterten es, die Veränderungen in der Welt zu verstehen und für sich zu nutzen.
Branche sichtbarer machen
Dietmar Baum, Vorsitzender des IHK-Netzwerks Kultur- und Kreativwirtschaft, rief die Wirtschaft dazu auf, die Potenziale der Kreativwirtschaft zu erkennen und zu nutzen. „Wir wollen diese Branche sichtbar machen.“ Kreativität bedeute, aus Ideen immer wieder neue Verbindungen zu schaffen. „Die Kreativwirtschaft stärkt das Land. Um den Norden zum Kreativland weiterzuentwickeln, müssen wir uns aber alle anstrengen“, sagte Baum. Alle wollten eine bunte und höhere Lebensqualität haben – und für diese sorge die Kreativwirtschaft.
Wesentlich für Resilienz seien eine offene Kommunikation zwischen Führung und Belegschaft sowie auch Vielfalt, betonte Melanie Karmann-Holt, Kommunikationschefin der Lübecker Drägerwerk AG & Co. KGaA. „Unsere internationale Aufstellung und Vielfalt sind Faktoren, die uns zugutekommen.“ Ebenso vielfältig seien mögliche Krisen. Der Konzern habe Regionen mit schwierigen und guten Zeiten. „Daher können wir nicht auf jede einzelne Situation vorbereitet sein. Medizin- und Sicherheitstechnik sind sehr gefragt, das trägt zu unserer Resilienz bei.“ Dem stimmte Bettina Wache-Möhle, Geschäftsführerin der Lübecker Wache GmbH, zu: Eine Krise lasse sich nicht vorplanen, eine Beurteilung sei in der Regel nur rückblickend möglich. „Niemand konnte sich die Auswirkungen eines quer stehenden Schiffs im Suezkanal ausmalen“, betonte sie.