Ehrenamtliche Impulse für den Wirtschaftsstandort von morgen

IHK-Wirtschaftsbeiräte

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VERNETZT IN DER REGION

IHK-Wirtschaftsbeiräte

Ehrenamtliche Impulse für den Wirtschaftsstandort von morgen

Die Wirtschaftsbeiräte geben in der Region wichtige Impulse zum Wachsen, indem sie unternehmerisches Know-how zusammenbringen und Wissen vermitteln. Gleichzeitig beraten die ehrenamtlichen Mitglieder bei wichtigen Themen und Fragestellungen

Wirtschaftsbeirat Ostholstein

Wie können mittelständische Unternehmen vom Know-how der Lübecker Hochschulen profitieren? Dieser Frage widmete sich der Wirtschaftsbeirat Ostholstein im Frühjahr. Die IHK brachte die Krüger & Salecker Maschinenbau GmbH & Co. KG und weitere Unternehmen aus Ostholstein mit Hochschulexperten vom Hanse Innovation Campus Lübeck (HIC) zusammen, um gegenseitigen Wissenstransfer anzustoßen und der Wirtschaft bei komplexen technischen Fragestellungen unter die Arme zu greifen. Auf Einladung der IHK und des Beiratsvorsitzenden Thilo Gollan kam das Team der Hanse Innovation Campus GmbH in die Produktionshalle des Maschinenbauers. Die Referenten machten die Mitglieder des Wirtschaftsbeirats auf das umfangreiche Transferangebot des Hanse Innova tion Campus Lübeck für kleine und mittelständische Unternehmen aufmerksam. So stünden Unternehmen passgenaue Forschungs- und Verbundprojekte zur Verfügung.

Wirtschaftsbeirat Lübeck

In der ersten Sitzung des Wirtschaftsbeirats Lübeck im Jahr 2025 gab Dr. Dirk Rieger, Leiter der Lübecker Denkmalpflege, Einblicke in das Thema historische Bauten. Anlass war die Bestandsaufnahme von Industriedenkmälern, die bei Unternehmen wie Brüggen, Drägerwerk, BAT-Agrar und Erasco zur Verunsicherung hinsichtlich zukünftiger Nutzung führte, vor allem im Hinblick auf Energieeffizienz und moderne Produktionsprozesse. Außerdem diskutierten die Beiratsmitglieder die Einführung einer Bettensteuer, deren Umsetzung von einer Änderung der kommunalen Abgabenordnung durch die Landesregierung abhängt. In der Juni-Sitzung blickte der Beirat auf die Fehmarnbelt Days mit rund 25.000 Besuchern und mehr als 450 Konferenzteilnehmenden zurück – ein Format, das 2029 erneut in Lübeck stattfinden soll. Zudem stellten die IHK-Referentinnen Laura Sonnen und Melanie Urban Strategien zur Fachkräftesicherung vor, darunter die Gewinnung ausländischer Arbeitskräfte und das Validierungsverfahren für Quereinsteiger.

Wirtschaftsbeirat Segeberg

Der Wirtschaftsbeirat Segeberg startete 2025 mit einem lebendigen Austausch über die Zukunft der Region. Im Mittelpunkt der März-Sitzung stand die Stärkung lokaler Netzwerke: Vertreter aus Wirtschaft, Kommunalpolitik und Organisationen diskutierten über regionale  Identität, innovative Ansätze zur Fachkräftesicherung sowie neue Impulse für Standortmarketing und Zusammenarbeit. Der persönliche Austausch und die Vielfalt der Perspektiven machten erneut deutlich, wie wertvoll der Dialog im Beirat ist. Im November bot ein Treffen bei einem führenden Medizintechnikunternehmen spannende Einblicke in regionale Innovationskraft. Ein Rundgang durch die Produktion machte eindrucksvoll sichtbar, wie Hightech und regionale Verwurzelung Hand in Hand gehen. Bei geselligem Austausch wurde deutlich: Der Wirtschaftsbeirat bleibt eine zentrale Plattform für Ideen und Impulse zur nachhaltigen Entwicklung im Wirtschaftsraum Segeberg.

Wirtschaftsbeirat Stormarn

Eine Podiumsdiskussion mit Spitzenvertretern der im Landtag vertretenen Parteien war ein Highlight des Wirtschaftsbeirats Stormarn. In den Räumen der Sinus Nachrichtentechnik GmbH in Barsbüttel ging es darum, welche wirtschaftspolitischen Weichenstellungen nun nötig sind. Im Mittelpunkt standen die Themen Fachkräftemangel und überbordende Bürokratie. Lukas Kilian, Generalsekretär der CDU Schleswig-Holstein, mahnte einen Wechsel im Mindset an, um bürokratische Entlastung zu erreichen. Der ehemalige Wirtschaftsminister Schleswig-Holsteins Bernd Buchholz (FDP) kritisierte die mangelnde Innovationsfähigkeit Schleswig-Holsteins und warb für einen massiven Ausbau der Infrastruktur, während Martin Habersaat von der SPD den Fokus auf den Fachkräftemangel setzte. Marcus Landschof, Geschäftsführer der Sinus Nachrichtentechnik GmbH, stellte den rund 40 Mitgliedern des IHK-Wirtschaftsbeirats sein Unternehmen vor und forderte die Politiker auf, loszulegen. Nun sei es Zeit, die PS auf die Straße zu bringen und ins Handeln zu kommen. Die Unternehmen müssen üben, üben, üben – so lautete das Fazit der Sitzung des Wirtschaftsbeirats Stormarn im Oktober zum Thema „Unternehmertum braucht Sicherheit“. Im Katastrophenschutzzentrum in Hammoor erlangten die Mitglieder Einblicke in die Prozesskette eines Katastrophenfalls. Krisenmanagementexperte Ralf Marczoch erläuterte, wie sich Unternehmen etwa bei Cyberattacken, Blackouts und Naturkatastrophen auf den Ernstfall vorbereiten können. Sein Rat: Nicht nur in mehr Sicherheit investieren, sondern einen eigenen Krisenstab einrichten und Mitarbeiter entsprechend schulen.

Ein Highlight im Herbst war eine gemeinsame Exkursion der Wirtschaftsbeiräte Lübeck und Ostholstein ins dänische Maribo. Zwei dänische Unternehmen gaben den IHK-Beiratsmitgliedern Einblicke, wie die Dänen mit frischem Wind wichtige Projekte angehen. Mirko Schönfeldt, Geschäftsführer von Baltic FS, und Stig Rømer Winther, Geschäftsführer von Femern Belt Development, zeigten zudem Chancen und Möglichkeiten für norddeutsche Unternehmen in Dänemark auf. „Wir brauchen den Austausch, um voneinander zu lernen. Die Dänen sind manchmal weiter als wir. Daher wollten wir den Dialog mit unseren Partnern intensivieren, um zu erfahren, was in Dänemark gut funktioniert und was wir davon übernehmen können“, sagte Manfred Braatz, Leiter des Teams Standort der IHK zu Lübeck.

Fotos: IHK zu Lübeck