Wenn ein E-Motorrad aus Opas Werkstatt dröhnt

Metorbike GmbH

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Metorbike GmbH: Das junge Unternehmen fertigt individuelle Elektromotorräder im Café-Racer-Retrostil. Die Bikes werden mit viel Liebe in Handarbeit hergestellt und erfreuen sich hoher Nachfrage.

Angefangen hat alles in Marvin Raus Studenten-WG. Dorthin schleppte er das erste Motorrad, das als Testobjekt für seine spätere Firma dienen sollte. Er rollte das rostwassertropfende Bike gerade auf den Hof, als der Vermieter fragte, ob er wohl vorhabe, es ins Haus zu verfrachten. Wollte er eigentlich, aber das sollte sein Geheimnis bleiben. Einige Jahre sind seitdem vergangen. In dieser Zeit stürzte sich der Maschinenbaustudent ins Unternehmerleben. Im August 2021 gründete er zusammen mit seinem damaligen Geschäftspartner Michael Szpitalny die Metorbike GmbH. Aus dem reinen Umbau von Bikes, der Liebe zum sogenannten Café-Racer-Stil und dem Interesse an Elektromobilität entwickelte sich schließlich die Idee, Elektromotorräder zu produzieren. Maschinen, die mit ihrer Technik, ihrem Design und sogar ihrem Sound begeistern.

Denn die E-Motorräder sehen nicht nur stylish aus, sondern können auf Wunsch genauso beeindruckend röhren wie ein benzinbetriebenes Bike. Dass die Idee fliegen kann, bewies sich direkt auf der Straße: „Ich bin mit meinen Verbrenner-Umbauten durch die Stadt gefahren und wurde so oft auf das Design angesprochen. Ich stand an der Ampel, der Typ im Auto neben mir machte die Scheibe runter und fragte: ‚Was ist denn das für ein geiles Teil?‘ Da haben wir gedacht: Das könnte klappen“, erzählt der junge Unternehmer.

„Das nächste Produkt ist schon in Planung – noch mal was Größeres, Cooleres“

– Marvin Rau

Seitdem hat Metorbike sein Sortiment erweitert. „Nach der ersten Serie kam viel Feedback: Die Leute wollten etwas Größeres. Wir haben von 50 km/h auf 100 km/h erhöht – das war die beste Entscheidung.“ Mittlerweile können sich alle Motorradfans ihr individuelles Fahrzeug per Konfigurator zusammenstellen – mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Dabei soll es aber nicht bleiben, verrät der Gründer: „Das nächste Produkt ist schon in Planung – noch mal was Größeres, Cooleres.“

Nachfrage groß nach Elektromotorrädern

Die Idee begeistert nicht nur die Kunden. Auch Carsten Maschmeyer und Nils Glagau, Juroren in der damaligen Staffel von „Die Höhle der Löwen“, haben 2024 das Potenzial von Metorbike erkannt und investiert. Die Fernsehsendung hat den Gründern aus Meddewade im Kreis Stormarn einen ordentlichen PR-Schub verschafft. 2025 ergatterte Marvin Rau – mittlerweile ohne seinen Geschäftspartner unterwegs – mit Metorbike zudem den Existenzgründerpreis der Lübecker Wirtschaft, den unter anderem die IHK zu Lübeck fördert. Aktuell tüfteln Rau und sein Team noch in Opas alter Werkstatt. Eine neue Halle, wenn auch erst einmal zur Miete, wird dringend nötig: „Bis wir über 500 Bestellungen pro Jahr kommen, geht es hier noch – danach müssen wir uns vergrößern.“

Fotos: Metorbike; Autorin: Jennifer Fizia, freie Journalistin, redaktion@luebeck.ihk.de