IHK zu Lübeck bei Finnlines

Krisenvorsorge mit Weitblick

Auf Krisen und Notfälle gut vorbereitet zu sein, ist für Unternehmen heute eine der größten Herausforderungen im betrieblichen Alltag. Gleich drei Netzwerke der IHK haben sich diesem wichtigen Thema angenommen.

Auf der Finnlines-Fähre Finnlady kamen in Lübeck-Travemünde der Tourismusausschuss, der Verkehrsausschuss und der Wirtschaftsbeirat Ostholstein der IHK zu Lübeck zusammen. Das Ziel: Infos einholen und sich austauschen, wie mehr Resilienz in den Unternehmen gelingen kann.

Einen Überblick zum Thema Krisenvorbereitung gab Heino Lafrenz vom Führungsstab Kreis Ostholstein. Notfälle können laut dem Experten zum Beispiel bei Hitzewellen, Stromausfällen, Sabotage und Cyberangriffen eintreten. Daher sei es wichtig, sich autark aufzustellen und Redundanzen im Betrieb zu schaffen. Doch was können Unternehmen konkret tun? „Ein wichtiger Schritt ist, das eigene Risiko zu analysieren. Was kann im Betrieb eine Störung auslösen und welche Maßnahmen können dann helfen?“, so der Experte. Eine gute Vorbereitung schaffe in der Krise einen Zeitvorteil, um sofort auf Ausfälle reagieren zu können.

Redner mit Mikrofon vor einer Finnlines-Präsentation an Bord
Fähre der Reederei am Kai im Hafen von Lübeck-Travemünde
Zwei Teilnehmende hören einem Vortrag an Bord zu
Teilnehmer stellt eine Frage ins Mikrofon
Referentin bei ihrem Vortrag vor dem Publikum an Bord
Containerschiff auf der Trave vor Lübeck-Travemünde
Finnlines-Fähre am Terminal in Lübeck-Travemünde
Teilnehmende im Gespräch im Foyer an Bord


Ein wichtiger Schritt ist, das eigene Risiko zu analysieren. Was kann im Betrieb eine Störung auslösen und welche Maßnahmen können dann helfen?
– Heino Lafrenz, Führungsstab Kreis Ostholstein

Außerdem: „Nehmen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Hand und bieten Sie Ihnen Schulungen und Fortbildungen an – etwa als Ersthelfer oder im Zivilschutz“, sagte Lafrenz zu den Unternehmerinnen und Unternehmern während der IHK-Gremiensitzung. Denn Expertise im eigenen Betrieb zu haben, sei ebenfalls eine gute Strategie, um sich im Ernstfall einen Vorteil zu verschaffen. Gleichzeitig können Unternehmen bei einer Notlage auch zur gesellschaftlichen Resilienz beitragen: „Während der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 haben Unternehmen Großartiges geleistet. Viele Transportbetriebe haben mit angepackt und Trümmer wegtransportiert“, sagte Heino Lafrenz, der damals vor Ort im Einsatz war.

Wie die Sicherheitslage der Unternehmen im Norden ist, ordnete Saskia Brandt, Referentin für Regionalpolitik und Volkswirtschaft bei der IHK Flensburg, ein. Die Expertin wies auf die exponierte Lage Schleswig-Holsteins hin. Denn im nördlichsten Bundesland gibt es mit vielen wichtigen Verkehrsachsen und zwei Meeren viel kritische Infrastruktur. Schon heute gebe es auf der Ostsee Beeinträchtigungen durch Jammer, die GPS-Signale stören. Weiter stellen die Drohgebärden von Kriegsschiffen auf der Ostsee ein Risiko für den Tourismus dar, da Menschen lieber in einer sicheren Umgebung ihren Urlaub verbringen möchten.

An die Unternehmen appellierte Brandt, Fähigkeiten aufzubauen, um Störungen frühzeitig erkennen zu können. Dabei gehe es auch um Fragen, was zu tun ist, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krisenfall länger ausfallen, weil sie zu einem Einsatz gerufen werden. Oder wie Betriebe reagieren können, wenn ihre Lieferkette ausfällt.

Um sich auf Risiken vorzubereiten, können sich Unternehmen den IHK-Krisenvorsorgeplan herunterladen. Der Plan hilft vor allem kleinen und mittleren Unternehmen dabei, Risiken im Unternehmen zu identifizieren, kritische Abläufe abzusichern, Verantwortlichkeiten zu regeln und Störungen schneller zu überstehen.

Autor: Benjamin Tietjen · IHK-Redaktion Lübeck

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Ausgabe August / September 2026